Aktuelle 11 Freunde
Ich hatte schonmal im StudiVZ einen Thread eröffnet, jetzt jedoch, nach der Kolumne des Herrn Dieckmann, ist mir wirklich der Kragen geplatzt und ich habe folgende eMail verfasst und bin nun im Begriff sie abzuschicken.
Sehr geehrte 11 Freunde Redaktion,
schon seit der vorletzten Ausgabe, in der ihr die 3. Liga vorgestellt habt, überlege ich nun, mich über euch zu beschweren. Versteht mich nicht falsch, ich finde eure Zeitschrift wirklich toll und genieße die Lektüre in höchstem Maße, aber eure anhaltende negative Einstellung gegenüber dem FC Rot-Weiss Erfurt lässt mich immer wieder an eurer Neutralität zweifeln. Das fing damit an, dass ihr in dem erwähnten Artikel Erfurt als Verein mit hohem Gewaltpotenzial hingestellt habt und hört mit Herrn Dieckmanns allmonatlicher FCC Kolumne auf. Mag ja sein, dass der gute Herr ein Jena-Sympathisant ist, mag man auch seiner aktuellen Kolumne entnehmen, dass er doch kein Problem mit dem Wort Erfurt hat, so lässt er aber trotzdem meinen Verein wesentlich schlechter dastehen, als er es ist. Ja, es gab diese Rufe, aber es waren nicht einige hundert, es waren maximal 70 und ich möchte nicht mal Anhänger, sondern lieber Vollidioten schreiben. Diese Zahl ist polizeilich bestätigt. Verein und Fans haben sich auch schon mehrfach aufs ausdrücklichste von diesen Rufen distanziert und sie im gleichen Atemzug verurteilt. Außerdem ging ihnen eine aggressive Provokation der FCC Anhänger voraus, die einen Teppich aus RWE Fanschälen am Zaun verbrannten. Vom erheblichen Sachschaden, den diese Fans angerichtet haben, rede ich hier lieber erst gar nicht. Dazu kommt, dass Jena im Moment alles andere als stabil ist. Der hohe Trainerverschleiß, der Abstieg, die vielen, zum Teil korrupten, Manager der letzten Jahre, das passt meiner Meinung nach nicht in das Licht, in welches ihr den Club stellt. Die fragwürdigen Aussagen, die Herr Schreiber zur Mitgliederversammlung äußerte, erwähnt Herr Dieckmann auch mit keiner Silbe. Erfurt hingegen bemüht sich schon lange um jene Stabilität, die in Jena fehlt. Rolf Rombach und Stephan Beutel sind seit Jahren an der Spitze des Vereins und wollen es nach eigenen Aussagen auch bleiben, in den letzten 2 ½ Jahren hatten wir nur zwei Trainer, wovon uns einer unglücklich verlassen hat und nach Paderborn gegangen ist. Der Verein hat ein eigenes Internat und bildet einen guten Nachwuchs aus. Clemens Fritz, Marco Engelhardt und andere können das sicherlich bestätigen. Ich selber habe einen Bekannten, der dort zur Schule ging und jetzt in der Zweiten spielt. Die Fans setzen sich aus allen Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten zusammen, sie feuern den Verein bedingungslos an und würden auch bei einer 6:0 Heimpleite nie auf die Idee kommen, sich für die Auswärtsmannschaft zu freuen, wie das vor zwei Wochen in Jena der Fall war. Ein weiteres Beispiel, der Jenaer Unkultur, die mir auffiel, war bei einem Konzert der Sportfreunde Stiller bei dem nahezu die ganze Halle minutenlang „Super RWE“ sang. So etwas habe ich bei meinen zahlreichen Konzerten in Erfurt noch nie erlebt! Prinzipiell habe ich nichts gegen Jena oder den FCC, ich studiere selber in der Stadt, kenne auch Jenafans und bin im allgemeinen für ein besseres Verhältnis der Anhänger. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass trotz des tollen Pokalauftritts, auch wegen solcher Kolumnen, der FC Rot-Weiss mit zweierlei Maß bemessen wird, was er einfach nicht verdient hat.
|